Die Neue Zürcher Zeitung bezeichnet Prof. Dr. Markus Gabriel als „genuin origineller Denker“. Als Vertreter eines neuen Realismus arbeitet Prof Gabriel daran, die Philosophie auf ein frisches Fundament zu stellen. Er studierte in Bonn, Heidelberg, Lissabon und New York. Mit 29 Jahren wurde er zum jüngsten Professor Deutschlands berufen. Seit 2009 hat er den Lehrstuhl für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn inne und ist Direktor des Internationalen Zentrums für Philosophie. Seine Werke sind in 15 Sprachen übersetzt. Markus Gabriel ist eine Denker, der seine Ideen auch in die Tat umsetzten will. Jetzt gibt der Starphilosoph und Spiegel-Bestseller Autor erstmals ein Abendseminar im Parabola Forum:
Prof. Dr. MARKUS GABRIEL
Teil I: WARUM IRREN WIR UNS – EINE NEUARTIGE DARSTELLUNG VON SINN, UNSINN UND SUBJEKTIVITÄT
Traditionell ging die Philosophie – ebenso wie benachbarte Disziplinen, die sich mit der Subjektivität und dem Mentalen befassen – davon aus, dass wir uns unserer eigenen Existenz durch das blosse Erleben (Bewusstsein) versichern können. Auf diese Weise meinte man, die Wirklichkeit um uns herum aufbauen und Wissen in der Subjektivität absichern zu können. Theorien der Wahrheit, des Wissens und der Erkenntnis ignorieren das Subjekt daher bis heute, indem sie glauben, es für den Erfolgsfall objektiver Erkenntnis ausklammern zu dürfen.
Dieser Ansatz verfehlt jedoch genau das, was er erklären möchte: warum wir die Wirklichkeit erkennen können, uns aber dennoch systematisch täuschen. Vor diesem Hintergrund muss die Subjektivitätstheorie grundlegend neu aufgestellt werden. Subjektivität ist nicht die Quelle der Erkenntnis, sondern die Struktur und Summe unserer Irrtümer. Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass unser subjektives Erleben (Bewusstsein) zwar kein Hindernis für Erkenntnis darstellt, jedoch eine nicht zu überwindende Illusion mit sich führt, die ihrerseits objektiv existiert und wissenschaftlich erforscht werden kann. Auf dieser Basis wird das Thema von Sinn und Unsinn aus dem Blickwinkel einer neuartigen Irrtumstheorie des Mentalen behandelt, die Berührungspunkte sowohl zu den gegenwärtigen Naturwissenschaften als auch zum fernöstlichen Denken aufweist.
Teil II: ETHISCHE INTELLIGENZ – WIE KI UNS MORALISCH WEITERBRINGEN KANN
In diesem Teil wird zunächst die emotionale Wende der KI im Zuge der LLM-Revolution genauer analysiert. Dazu wird ein Verständnis der Ontologie und Epistemologie der KI Forschung sowie der KI-Industrie erarbeitet. Entscheidend ist zu verstehen, uns ethisch im „magischen Spiegel“ der KI-Systeme zu positionieren. Zu diesem Zweck können KI-Agenten entwickelt werden, mit deren Hilfe wir erstmals in der Menschengeschichte in der der Lage sind zu verstehen, wie die Menschheit insgesamt tickt – indem diese Systeme analysieren wie die Menschheit klickt.
Freitag, 13. November 2026 von 19 00 – 22 Uhr
KIrchgemeindehaus St. Jakob, Stauffacherstr. 8, 8004 Zürich